Samstag, 25. Februar 2012

Unsicherheit, Sehnsucht und Freiheit

Dieser Text ist von dem ersten Tag nach der Zugfahrt und natürlich auch schon etwas älter. Wie ich euch schon geschrieben hatte waren die Tage bei meiner Familie ja wirklich schön und auch die bei meiner Schwester auf dem Gestüt waren nicht schlecht, ich sag nur ein grönender Abschluss! Dazu werde ich noch schreiben, soo jetzt erstmal meine Gedanken vom ersten Abend.


Ich bin endlich angekommen. Ich bin das erste mal alleine mit dem Zug nach Berlin gefahren, um meine Tante bzw. meine Schwester zu besuchen. Na gut, ich wurde in Berlin abgeholt, aber es ist ein Anfang. Es war ein schöner Abend, ja das stimmt. Aber wäre er nicht daheim genauso schön oder noch schöner gewesen? Ich wäre in den Tanzkurs gegangen und danach auf die Party. Es wäre wahrscheinlich wirklich lustig geworden und vielleicht hätte ich auch mal ein paar nette Leute kennengelernt. Auf jeden Fall hätte ich viel getanzt, den ganzen Abend getanzt, getanzt, getanzt. Was habe ich mir heute mehr gewünscht, als zu tanzen, meine Freiheit zu spüren und einfach loszulassen und Spaß zu haben. Ich vermisse es so, ich werde auch nächste Woche nicht tanzen können. Ich kann es erst in zwei Wochen wieder spüren, das unglaubliche Gefühl der Freiheit und Leichtigkeit. Ich vermisse es so. Aber dann werde ich es wieder spüren dürfen, endlich. Ich freue mich auf diesen Moment, als würde da ein neuer Lebensabschnitt beginnen. Ich darf sie endlich wieder verspüren, die Freiheit des Tanzes. Es tut so unglaublich gut einen befreienden Tanz zu tanzen, egal wer vor dir steht, einfach tanzen. Die Musik ist in deinen Ohren, dein ganzer Körper fühlt den Takt, deine Füße beginnen ihre Schritte zu machen und du tanzt einfach nur noch, du lässt diesem Gefühl freien Lauf. Tanzen. Ich hätte nie gedacht, dass es innerhalb weniger Wochen so eine große Rolle in meinem Leben bekommen könnte. Doch es ist passiert, ich liebe es. Ich Tanze für meine Freiheit, das wunderbarste Gefühl auf Erden, ich tanze für mein Leben gern. Doch jetzt liege ich hier allein in meinem Bett, weit und breit keine Tanzfläche, kein Tanzpartner, keine laute Musik. Nur die leise Musik, die ich auf mich ein rieseln lasse. Doch auf eine ganz andere Art und Weise fühle ich mich auch frei, ich fühle meine Freiheit. Ich kann hier mitten in der Nacht um 01:37 Uhr sitzen und ohne irgendeine Vorschrift meine Texte tippen und machen was ich will. In irgend einer Weise gab es mir auch das Gefühl der Freiheit, das erste Mal alleine hierher mit dem Zug zu fahren. Ich war auf mich gestellt, ich war alleine und habe mich trotzdem auf eine ganz bestimmte Weise besonders stark gefühlt. Der ganze Abend war ohne Zwang, ich lag auf dem Sofa, zwei Katzen auf mir und der Fernseher ließ irgendwelche eigentlich total unwichtigen Töne und Bilder ablaufen. Doch ich lag dort, unbeschwert, mein Cousin auf dem anderen Sofa und in einem ganz leisen angenehmen Ton, redeten wir einfach drauf los. Ob es Sinn hatte oder nicht, einfach mal reden. Wir hätten über Bananen und Kartoffeln reden können und trotzdem war es einfach nur schön, alles loszulassen und an nichts denken zu müssen. Vielleicht war es doch ganz gut so wie es gekommen ist, ich bin Samstags gefahren, obwohl ich alles dafür gegeben hätte, um noch einmal diese Freiheit beim Tanzen zu spüren, meine Schwester hat einen Tag später frei bekommen und meine Tante musste mich abholen kommen. Vielleicht war es einfach so gewollt, weil ich an nichts denken sollte, an keine Tanzschritte, Tanzpartner, Tanzlieder, an keine Schule, an keinen doofen Streit mit meiner Schwester. Einfach daliegen und über unnötige Sachen reden. Ich kann nur sagen es tut verdammt gut. Man sollte einfach öfter einfach loslassen und etwas richtig sinnloses machen, es lohnt sich. Ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe, indem ich hierher gefahren bin, weiß ich immer noch nicht. Aber warum soll ich mir darüber jetzt den Kopf zerbrechen. Es ist 01:47 Uhr, mitten in der Nacht, ich liege in meinem Bett und schreibe. Ich bin hier und nicht daheim, ich saß im Zug und war nicht tanzen, ich werde die ganze nächste Woche hier sein und nicht daheim. Die Entscheidung kann ich nicht mehr selber treffen, sie wurde von meiner Ungeduld schon viel früher getroffen. Also warum nicht einfach das beste daraus machen und die Zeit hier genießen. Loslassen, sinnloses Zeug machen, nicht nachdenken, einfach in den Tag hinein leben, bis er vorbei ist und ich wieder hier im Bett liege und schreibe. Die ganzen Gedanken in meinem Kopf müssen in den nächsten Tagen getötet werden, sie sollen ausgedacht werden und damit für immer vernichtet. Entspannen und nichts tun und darin die Freiheit, die ich vermisse wieder finden. Freiheit gibt es in so vielen Dingen zu entdecken. Gerade erst vor ein paar Wochen habe ich sie auf der Tanzfläche für mich entdeckt. Diese Art von Freiheit will ich auch nie wieder missen, sie ist wunderbar. Und deshalb werde ich auch immer weiter suchen nach ihr, der Freiheit. Sie macht dein Leben ein kleines bisschen unbeschwerter, leichter und freier. 01:55 Uhr und ich liege immer noch in meinem Bett und schreibe. Es tut so gut, alle Gefühle in Worte zu fassen und es sprudelt einfach alles aus mir heraus. Es ist mein Weg meine Gedanken auszudenken und damit zu vernichten. ♥

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