Samstag, 25. Februar 2012

Das Heim von meinem Schwesterlein

Soo, das ist jetzt der letzte Text von den Tagen, in denen ich kein Internet hatte. ;) Glaube ich zumindest. :D Aber bevor ihr jetzt wirklich aufgebt zu lesen will ich euch bitten, wenigstens noch einmal ein bisschen runter zu scrollen bis ihr bei dem Post 'Take me away...' ankommt und den zu lesen. Da habe ich nämlich den Blog von Ella ein kleines bisschen vorgestellt und ihr würdet es bereuen, wenn ihr das wegen all meiner Texte nicht sehen würdet.
Der Text erklärt sich von selbst und wird wahrscheinlich der vorletzte von dem Urlaub bei meiner Familie sein.

Ich bin nun bei meiner Schwester in der Wohnung angekommen, im kleinsten Örtchen, in dem ich nie wohnen wollte und habe kein Internet. Deshalb schreibe ich jetzt hier und werde es wenn ich wieder nach Hause werde ich es bloggen. Es ist komisch, meine Schwester hat mehr oder weniger überraschend Nachtwache aufgebrummt bekommen. Wahrscheinlich fragt ihr euch jetzt, was ist Nachtwache? Sie arbeitet zur Zeit auf einem Friesengestüt und jetzt ist die Zeit gekommen, in der die Fohlen zur Welt kommen. Also müssen alle vor einem Bildschirm sitzen und schauen, ob es zur Geburt kommt. Jeder kann mal schlafen, denn morgen ist trotzdem Arbeit angesagt, man kann sie Pferde ja nicht verhungern lassen. So, jetzt bin ich hier alleine und schaue Fernseh und schreibe mal wieder. Es liegen so tolle Tage und Nächte hinter uns mit unserem Cousin und all den anderen. Abends wenn alle ins Bett gegangen sind, haben meine Schwester, mein Cousin und ich noch eine Runde Fernseh geschaut und hatten richtig viel Spaß zusammen. Es hört sich beim Erzählen vielleicht ein bisschen öde an und man kann es vielleicht nicht ganz nachvollziehen, aber ich denke fast jeder kennt die Momente, wenn man mit wunderbaren Menschen zusammen ist, nur 'Scheiße' macht und es einfach riesigen Spaß macht. Solche Stunden kann mal nur mit diesen ganz besonderen Leuten erleben, die einem so unbeschreiblich wichtig sind. Das traurige daran ist, dass diese Tage zusammen mit diesen beiden tollen Menschen so selten sind und nicht häufiger werden. Meine Schwester ist im Oktober letzten Jahres weggezogen und mein Cousin wird im August anfangen zu studieren und dann auch von meiner Tante wegziehen und dann wird meine Schwester auch wieder umziehen, um ihre Ausbildung zu beginnen. Dann muss ich die beiden, einzeln besuchen und es wird immer schwieriger zusammen zu kommen. Gerade jetzt, wo ich mich so gut verstehe mit meinem Cousin. Er ist 22 Jahre alt und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ich früher schon fast Angst vor ihm hatte. Als ich noch klein war, in den ersten Jahren in denen wir unsere Familie dort besucht haben, habe ich mir immer gewünscht, dass er nicht zum Essen kommt und ich ihn so wenig wie möglich sehe. Da sich meine Eltern schon sehr früh getrennt haben und ich so nur an den Wochenenden und einmal im Jahr im Urlaub bei ihm war und ich auch keinen Bruder habe, ist mein Bezug zu Männern immer eher weniger gewesen. Mit dem Alter ist das natürlich immer mehr verschwunden, aber damals war ich eben immer darauf hinaus, so wenig wie möglich Kontakt mit ihm zu haben. Wenn mir damals jemand gesagt hätte, in ein paar Jahren liegst du abends mit ihm und deiner Schwester in seinem Bett, ihr schaut die halbe Nacht Fernseh zusammen und du hast den größten Spaß mit ihm, hätte ich denjenigen für verrückt erklärt. Ich konnte es mir nicht vorstellen und ich habe mich lieber mit meinem jüngeren, fast gleichaltrigen Cousin beschäftigt. Zu dem habe ich mittlerweile nicht mehr den besten Bezug, wir können miteinander umgehen, aber wir haben auch unsere Seiten, mit denen wir nicht so gut umgehen können und wir uns deshalb nicht so gut verstehen wie mit manch anderen. Aber das ist auch nicht weiter schlimm, denn es ist auch kein schlechtes Verhältnis, es ist eben nur nicht besonders gut. Wahrscheinlich sind wir uns in unseren Schwächen einfach zu ähnlich und deshalb können wir gegenseitig nicht darauf eingehen. Trotzdem ist ein Besuch bei ihnen immer wieder schön und es ist für mich wie ein zweites zu Hause geworden. Jetzt bin ich natürlich, wie immer nach dem Abschied von lieben Leuten, etwas traurig, dass es wieder so lange dauern wird bis ich sie sehen werde. Doch ich finde man muss immer froh sein, dass man diese schönen Tage erleben durfte, obwohl ich dazu neige das 'neutrale' Gefühl zu bevorzugen. Damit meine ich, dass ich oft denke es wäre besser gewesen nicht hinzugehen und damit auch den Abschiedsschmerz nicht gehabt hätte. Ich vergesse dann die schönen Momente bzw. denke daheim wäre ich auch glücklich gewesen. Aber eigentlich weiß ich, dass das die falsche Einstellung ist und man für alle schönen Momente dankbar sein sollte, auch wenn sich das jetzt abgedroschen anhört und irgendwie komisch, hat es was wahres.

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